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Seminartext
zur Veranstaltung - Identität und Lebensführung

Gerhard Schäuble -
Identität und Lebensführung
(Der Text ist erschienen in: Eva Gösken, Matthias Pfaff, Hgg., 2003: Lernen im Alter - Altern lernen, Oberhausen, Athena-Verlag, S. 56 - 74 - nur für den privaten Gebrauch!)

1.  Der Anfang ist ohne Namen
In alle Richtungen ist es tiefschwarz dunkel und nichts Identifizierbares ist zu erkennen. Leise atmend schaue ich in die undurchdringliche Schwärze. Mir ist kalt und feucht und ich fühle mich schwach. In mir funkt ein Impuls, mich in dieser Dunkelheit vorwärts zu bewe-gen. Mit geschlossenen Augen. Langsam, in gebückter Haltung kriechend, greife ich ta-stend in Furchen und ziehe mich eine schräge Felsplatte hoch. Ein selbstreguliertes Wech-selspiel von Körperbewegungen und feinsensorisch erspürten räumlichen Bedingungen. Um-fangen von einem feuchten, moderigen Geruch taucht oben an der Felskante ein schwach flackernder Lichtschein auf. Ich richte mich etwas auf, öffne die Augenschlitze und erkenne ein kleines, im Wind hüpfendes Leuchten. Ein kleines Teelicht erschafft um mich einen kontrastreichen Raum. Im Widerschein der Kerze spiegeln sich schemenhaft riesige Felsen, dazwischen tiefe Spalten, ein unebener felsiger Untergrund und Abzweigungen, die in die Tiefen des unterirdischen Höhlenlabyrinths weisen. Wild tanzt mein Körperschatten mit dem Wind und der Kerzenflamme. Oben auf der Felsplatte sitzt unbewegt ein Mensch und schaut mir ruhig zu, wie ich aufrecht auf das kleine Licht zugehe und weiter an ihm vorbei. Wortlos nehmen wir sinnlich und wach unsere Anwesenheit wahr. Ich bin auf dem Weg nach draußen. Der Mensch ist ein Wächter, der hilft, wenn Begleitung gewünscht wird. Nach einer endlosen Zeit, ich habe mich zeitlupenlangsam mit Stehpausen dazwischen, vorwärts bewegt, zeigen sich weitere kleine Teelichter. Sie weisen dem Krabbelnden den Weg. Zeit gibt es noch nicht. Vielleicht dauert die Bewegung nach draußen bereits eine Stunde. Vielleicht sind viele Stunden vergangen, seit der Bote mir das Lichtsignal zur Rückkehr gegeben hat. Seither bin ich auf dem Weg ins Licht. Ich folge allein dem schwa-chen Impuls in mir, weiterzugehen.
Seit sechs Tagen habe ich nichts gesprochen, seit 16 Tagen nichts gegessen, seit sechs Mo-naten stelle ich mich intensiv auf den einen Moment ein. Kein Gedanke daran, dass ein klei-nes Ich sich in einem Prozess mit dem Namen 'Der blaue Tod' initiiert. Jahrhundertelang war der blaue Tod ein Stammesritual für Menschen jenseits der Lebensmitte. Voraussetzung war, dass sie über so viel Erfahrung verfügten, dass sie vom Anpassungszwang entpflichtet werden konnten. Wenige Stammesmitglieder gelangten in dieses Stadium und nur einige stellten sich der Prüfung und noch weniger durchlitten die ganze Prozedur. Heute ist daraus, dank des Übersetzers Jabrane, der gleichermaßen modern wie archaisch sozialisiert wurde, eine individuelle Selbstprüfung entstanden. Jetzt bin ich ausgefüllt von einer unendlichen, kontextfreien, stillen, leeren Anwesenheit. Darin kreist kein Gedanke, kein Erinnern, keine kreativen Ideen, Überlegungen, Wünsche, Pläne, Sorgen. Ich bin fassungslose, existentielle Leichtigkeit in einer sinnlich spürenden Wahrnehmung. Mit jedem Schritt nach vorne ver-schwindet mit dem Abheben des Fußes der Boden unter meinen Fuß und wie durch ein Wunder berührt er mich mit jedem Auftreten neu unter meiner Fußsohle. In Windungen und um schroffe Felswände herum folge ich den kleinen flackernden Lichtern bis ich zu einem plateauartigen Felsvorsprung komme.
Seitlich links vor mir sitzt im Halbdunkel ein weiterer Helfer, neben ihm liegt ein längeres Seil. Eine Erinnerung taucht auf. An diesem Seil habe ich meinen Körper vor drei Tagen mühevoll hoch und über den Felsvorsprung gezogen. Ich wurde in dieses Höhlenlabyrinth geführt, um symbolisch und körperreal für 72 Stunden in den Uterus von Mutter Erde ein-zugehen. Ich hatte es eilig gehabt nach der langen Vorbereitungszeit, den Besuchen auf der Pflegestation, im Krankenhaus, den Nächten auf dem Friedhof, den vielen kleinen Prüfun-gen auf dem Weg zur Höhle. Ungeduldig wollte ich schnell über das weite Felsgeröllfeld da hinein, wo ich mich zur Ruhe setzen konnte - und erlebte, dass die Regeln (sofern es welche gibt) undurchschaubar komplexen Mustern folgen. Jetzt liegt das Felsgeröll wieder vor mir - und ich komme innerlich vollkommen still aus der anderen Richtung.
Die zwischen einem halben bis drei Meter im Durchmesser großen Felsbrocken unterhalb des Felsplateaus liegen zwischen dem Eingang der Höhle und reichen bis zu dem im abso-luten Dunkel liegenden Felsvorsprung in der Höhle. Der Helfer nickt mir beim Kommen wortlos zu, ich blicke grüßend zurück in seine Augen. Ich bücke mich, setze mich auf den Boden, drehe mich um, schiebe meine Beine über den Felsrand und mein Körper sinkt gleitend nach unten. Während ich dabei bin, höre ich sich entfernende Schritte. Jetzt muss mir der Helfer das Seil reichen, damit ich daran in die Tiefe hinunterschwebe. Ich halte mich mit den Fingern am Felsrand fest. Vor mir sehe ich in unerreichbaren zwei Metern Entfernung das Seil. Der Helfer ist weggegangen und die Situation ist klar. Kein Seil, kein Helfer, unter mir der Abgrund. Ich versuche mich hochzuziehen. Keine Chance, zu wenig aktualisierbare Arm- und Fingerkraft. Meine Schuhe suchen an der nassglatten Wand einen Halt und finden keinen. Meine Arme werden länger, aber die Finger halten mich an der Wand und beginnen zu schmerzen. Die Felssteine unter mir bewegen sich nicht. Eine kleine Ewigkeit geschieht nichts, scheinbar gar nichts. Der Körper schwitzt leicht. Kein Wider-stand entsteht, während der Körper sich weiter in die Länge dehnt. Die schmerzenden Fin-ger halten mich nicht mehr. Sie geben einfach nach und ich falle in die Tiefe. Ich spüre den harten Schlag beim Aufprall des Körpers auf die Felsbrocken. Völlig klar und gleichzeitig ohne jede gefühlsmäßige Regung prallt der Leib auf. Die Wucht des Falls schlägt mich hart zurück auf den Rücken. An dem hängt der Rucksack. Darauf knallt es mich und stoppt mich weich. Hingeplumpst liege ich da, staunend, wach, kein Schmerz, schwer atmet sich die verbrauchte Energie aus und die Lungen saugen neuen Atem ein. In mir ist alles noch genau so wie oben zwischen den Felsspalten: Dunkelheit, Leichtigkeit und in mir wie ein Funke der helle Impuls, mich weiter nach draußen zu bewegen.
Beim Aufstehen rutscht knickend mein Fuß in eine Spalte zwischen den Felsbrocken und klemmt fest. Ich ziehe und rüttele und da sich nichts löst, halte ich erschöpft inne. Dann drücke ich etwas nach unten, nach links und rechts, ohne Erfolg. Der Fuß ist wie eingemei-ßelt festgezwängt, also entspanne ich mich und mache eine Pause. Ich ziehe ihn hoch, ein-fach so, und setze ihn mit leichtem Staunen auf, drehe mich in die Gehrichtung um und sehe gebannt überrascht in die Brillanz eines silbernen Blitzes. Sofort schließen sich die geblen-deten Augen, beinahe falle ich wieder um. Nach dieser inneren Explosion muss sich mein Gleichgewicht stabilisieren, ausbalancieren. Ich schaue auf den dunklen Boden und erhebe langsam und vorsichtig blinzelnd den Blick über das weite Felsenfeld nach oben in Richtung dieses silbern fließenden Glanzes. Unglaublich diese gleißende Helligkeit, dieser lichtdurch-flutete Schein des Tageslichts. Mich durchströmt die unmittelbare Kraft einer unfassbaren strahlenden Brillanz. Lange stehe ich da und schaue - erfüllt und erschauert vor der Gewalt und Mächtigkeit des die Dunkelheit durchdringenden Lichts. Achtlos habe ich es viele tau-send Mal gesehen, und jetzt erlebe ich bewusst zum ersten Mal, wie die Intensität des Son-nenlichts in der dunklen Nacht eine durchdringende silberne Helligkeit erscheinen lässt und sie dadurch transformiert, die Welt und mich für mich erscheinen lässt. Ist das schon das Höhlenende? Der Impuls zum Weitergehen funkt. Schritt für Schritt taste ich mich glit-schend voran in den Lichtschein. Mit jedem kleinen Step kristallisieren sich mehr und neue Einzelheiten heraus. Ich registriere alle mit der Sensibilität eines Neugeborenen. Der heu-tige Tag ist bewölkt, im Höhleneingang steigt der Rauch eines Holzfeuers hoch.
Ohne jedes Mangelbewusstsein erscheinen in mir Gedanken und kleiden die Präsenz inner-lich in Worte und Wissen. Ich bin was geschieht, ist dies in mir? Dabei inszeniert sich die Möglichkeit, das Unfassbare in den symbolischen Mustern des Bekannten zu gebrauchen. Noch weiß ich nichts von der Inszenierung der Bewusstheit als Annäherung an die Selbster-fahrung. Ich spüre die Energie des Atemstroms im ganzen Leib, wie er in mich hineinweht, mich erwärmt und weiterfließt. Jedesmal ein einmaliges, unbeschreibliches, durchströmen-des Verströmen, verwehendes Lösen durch alle Poren, weiterströmendes Fließen. Ich stehe, atme, staune und mache wortlos wieder einen kleinen Schritt. Ich höre Holzscheite im Feuer knacken und rieche sich im Wind verströmendes Harz.
Zeitlos lange dauert es, bis ich am wärmenden Feuer ankomme. Dort empfängt mich still und intensiv umarmend die Welt, legt ein Begleiter seine kräftigen Arme wohlig schützend um meinen geschundenen Körper. Seine Hand reicht mir einen nährenden Becher Suppe in die reine stille Freude, die jetzt alles Liebe ist. Die Welt hat mich und dieses kleine Ich die Welt wieder gefunden.
2.  A = A
Wie erkennen wir uns? Indem wir unsere augenscheinliche Anwesenheit begrifflich rekon-struieren? Was unternimmt das kleine Ich, um sich seiner selbst inne zu sein? Wer oder was macht uns identisch mit uns selbst? Die Gene, der Körper, das Wissen? Die Hebamme, die uns beim Fall in die Welt beiseite steht? Die uns zeugenden Eltern, deren Namen wir wei-tertragen? Die im kulturellen Kollektiv generalisierten anderen? Der Staat, mit dessen Iden-titätskarte wir uns ausweisen? Die wechselseitigen Objektivierungen von geistig-morali-schen Landkarten? Die Liebenden, die in uns ihre Lebensfreude erkennen?
In Wort und Text ist Identität der Begriff der Identität. Der Begriff der Identität bezeichnet eine Gedankenform, einen konstruierten Wortgegenstand, der symbolisch anzeigt, dass der Benutzer des Wortes damit semantisch auf sich selbst verweist, sich mittels Zeichen reflek-tiert, also sprachlich eine subjektive Gleichheit herstellt, vermittelt und beobachtend reflek-tiert. Geist und Materie realisieren sich bewußt nur in leiblicher Vereinigung. So macht der Mensch sich personal zum Objekt seiner Betrachtung und präsentiert diese Beobachtungen inklusive fiktionaler Zusätze seiner Selbstvergewisserung als Konzept (-ausschnitte) von sich. In stetiger Spannung und Erwartung gewöhnt er sich von klein auf an das tägliche Be-kleiden in symbolische, psychomentale Signaturen, die er mit dem Leben verwechselt. So-ziale Identitätsanteile zeigen, welche wechselseitigen Erwartungen man mit den jeweiligen anderen teilt. Im Engagement mit anderen und der Fürsorge um andere realisieren wir Ge-meinschaft. Die personalen und sozialen Identitätsaspekte beziehen wir auf kontextgebun-dene Entwürfe und Vorgaben von Normalität. Die miteinander konkurrierenden normativen Normalitätsansprüche in verschiedenen Lebensbereichen (wie Familie, Erwerbsarbeit, Öf-fentlichkeit, Konsum, private Gemeinschaften) werden individuell aufeinander bezogen und psychisch ausbalanciert. Die Realisierung des Selbstbildes geschieht in der alltäglichen Kommunikation und den alltäglichen Handlungen, in denen wir psychomentale Momentauf-nahmen von uns selbst präsentieren. In ihnen verarbeiten wir harmonische, symbiotische, disparate, inkonsistente, ambivalente, doppeldeutige, komplementäre, widersprüchliche und bruchstückhafte Erlebnisse zu einem Ganzen. Moderne Menschen distanzieren sich von un-geprüften traditionellen Ordnungen, normativen Zwängen und transzendenten Fixierungen. Gemeinschaftlich verfolgen sie auf der Basis von law und order renditeorientierte Wachs-tumsideen. Auch die Persönlichkeit soll wachsen. In den Grenzen von Scham und Furcht riskieren sie Wahlhandlungen, in denen sie ihre Gier nach Entladung befriedigen, mental beschönigt von rationaler Selbstaufklärung. Weil sich der soziale Wandel unauflöslich, un-vorhersehbar, unbestimmbar und widersprüchlich gebiert, verflüssigt sich Identität zum Potential individueller Handlungsfähigkeit. Aus Gründen der Zurechenbarkeit zwingt die Gesellschaftsordnung die Einzelnen dazu, sich die Handlungen und Handlungsfolgen ver-antwortlich zuzurechnen. In ihrer Deutungshoheit bestimmen traditional orientierte, anpas-sungsbereite Menschen ihre Existenz abhängig von umweltbedingten Anforderungen und institutionellen Vorgaben. Für die strategisch und situativ Vorgehenden erscheint die gleiche Existenz als fortwährende Gelegenheit zur experimentellen Entfaltung ihrer Handlungsfä-higkeit.
Identität ist eine psychomentale Bastelei, bei der im Eigenbau Wert- und Deutungshorizonte erschaffen, erhalten und wieder aufgegeben werden (können). Darin wird das Selbstver-trauen, das Vertrauen in die Verlässlichkeit anderer, die eigene Handlungsfähigkeit, die Selbstwirksamkeit und das Selbstkontrollbewusstsein ausprobiert, ausgehandelt, errungen und erstritten. Alles, was eine Person ist, woran sie beteiligt ist, was sie erwirbt oder ihr zugeschrieben wird, kann identitätsbildend verwendet werden. Im Kontext selbstgewählter und vorgefundener Beziehungen ringen die Einzelnen um die Anerkennung ihrer Vorstel-lungen von sich selbst - dazu gedrängt, sich weg vom Ortlosen zu bewegen, um sich selbst verbessernd neu zu erfinden. Ihre Positionierungen in Bezugsgruppen und sozialen Netz-werken konkurrieren mit der Verortung in 'größeren' gesellschaftlichen Institutionen. Le-benslang sind alle damit beschäftigt, in geistiger Tätigkeit die Erfahrung von Kohärenz und Kontinuität zu balancieren. Kontinuität wird u. a. durch das Einordnen von Erfahrungen in die lineare Zeit erzeugt. Veränderung setzt immer etwas Gleichbleibendes voraus. Ich muss der Täter meiner früheren Taten sein. Das Gleichbleibende ist das innerlich beobachtete, daher bewusste Gefühl, durch alle inneren und äußeren Veränderungen eine existentielle (integrierte) Einheit zu sein. Durch alle Wechsel blickt immer dieselbe Person. Dieses Ge-fühl realisiert sich zeitlos im Augenblick der Gegenwart als Präsenz. Als Personen gebrau-chen wir uns in einer lebenslangen, interdependenten Entwicklung mit der Umwelt und be-finden uns gleichzeitig ohne Unterbrechung im uferlosen Gefühl existentiellen Selbsterle-bens. Im konstanten, unmittelbaren Selbsterleben kann nichts altern! Wer einen Teil seiner Aufmerksamkeit willentlich auf das Training seines Körpererlebens ausrichtet, erlebt eine innere Seinsqualität, deren bewusste Wahrnehmung ihn/sie von den biographisch bedingten Konstruktionen (relativ) befreit. Menschen erzeugen eine fiktionale, narrative Identität, in-dem sie subjektiv im Lebensverlauf Erlebtes aus der Erinnerung als sinnhafte, in Etappen gegliederte Folgen von Ereignissen, Wendungen und Abläufen erzählen. Ordnend, bearbei-tend und begreifend konstruieren sie ihren erinnerten Lebensverlauf als Biographie. Die dadurch erzeugte Konstanz der sozialen Selbstachtung kann auf Erfreuliches verweisen, das man nicht mehr zu ändern braucht, aber ebenso auf Unangenehmes, das man aus traumati-sierter Abwehr, Scham, Furcht, Trotz, Selbstmitleid u. a. nicht mehr zu ändern wagt. Jede persönliche Wahrnehmung beruht auf einer selektiven Wahl von Annahmen. Die Intentio-nalität jeder Geistestätigkeit erlaubt den Einzelnen vielfältige, variable Situationskonstruk-tionen. Abhängig von den vorausgesetzten Annahmen ist für den einen eine gegebene Situa-tion eine willkommene Gelegenheit zur Selbstrealisierung, für den anderen ein ihn unaus-weichlich ergreifendes, ihm widerfahrendes Zustoßen.
Wir fühlen uns kohärent, wenn es uns gelingt, die verschiedenen persönlichen Aufmerk-samkeitsperspektiven zu einer ausbalancierten Gesamtschau zu bündeln. Als Orientierungs-folien benutzen wir die unübersichtlichen Lebensbedingungen. Wir nehmen sie wahr, deu-ten sie, nehmen sie an und lehnen sie ab, gewöhnen uns an sie und fixieren uns auf sie, denken sie um, ironisieren sie, etc.. Die Virtualisierung unserer selbst erlaubt uns in der alltäglichen Lebensführung persönliche Bündelungen von Aufmerksamkeitsperspektiven, mit denen wir Teilidentitäten (bspw. Genderstrategien, öffentlich und privat separierte Vor-lieben) hervorbringen (Behringer 1998; Levita de 2002). Psychologische Modelle gliedern die Horizonteinzäunungen in Identitätsausschnitte: Ich-Es-Überich (Sigmund Freud), Kind-Ich/Eltern-Ich/Erwachsenen-Ich (Eric Berne) Bewusstes-Unbewusstes (Milton Erickson), das innere Parlament (Gunther Schmidt). Worin finden diese geistigen Spiele statt?
Um sich selbst in seinen wechselnden Formen zu erleben, kreiert das formlose Sein die vielen sich separat erlebenden Einzelwesen in ihren tanzenden Bewusstseinsformen. Im Akt des selbstreflexiven Benennens machen wir aus der unberührten Stille eine begrenzte, ein-gezäunte, besetzte, registrierte, gezähmte, gefesselte, geordnete, definitiv fixierte Identität im Fluss der Zeit. Wir denken uns selbst und mit der gedanklichen Verdoppelung unserer Anwesenheit, die in Wirklichkeit eine geistige Neukonstruktion innerhalb der Formlosigkeit ist, imputieren wir in uns fiktive, symbolische Identifikationszenarien. Mit den Resultaten der fiktionalen Selbstbeobachtungen ersetzen wir die Fassungslosigkeit des Unbegrenzten durch geistige Trivialisierungen und Routinen, mit denen wir unseren Erscheinungen Konti-nuität und Kohäsion verleihen. Wir ignorieren die stille Anwesenheit des sich entfaltenden Potentials des Augenblicks und besetzen mit unserer Selbstobjektivierung ein kleines Revier der Person, kolonialisieren, versklaven den Fluss des Lebens mit den metaphysischen Hand-schellen dessen, der sich und seine persönliche Welt denkt, sich herausnimmt aus dem offe-nen Herzen und damit für sich ermöglicht, sich selbst in der von ihm gedachten Form mit dem Machtinstrument des Geistes in Ordnung zu bringen und zu gebrauchen. Wir fixieren kommunikativ unseren psychomentalen Filmprojektor auf den Standbildmodus und gaukeln uns im lokal abgegrenzten Schauen die strukturelle Berechenbarkeit des Lebens vor.
Als Wirkung der Personalisierung des Erlebens erfahren wir eine Einzigartigkeit, die sich von einem Teil des Gegenwärtigseins trennt und sich in dieser Abspaltung lokalisiert. Das sich isoliert denkende Ich trennt die zeitlose Präsenz in ein körpergebundenes, gedachtes Ichgefühl und seine Umwelt. Um diese Verneinung der Realität aufrechterhalten zu können, muss das Ich ja sagen zu seinen auf Vorstellungen basierenden Realitätskonstruktionen. Formallogisch beschreiben wir diese Art des reflexiven Gebrauchs unserer selbst für uns und andere mit der Gleichung A = A. Im Hier und Jetzt bin ich einmal körpergefühlsmäßig da und vollkommen identisch zugleich das, womit ich mich augenscheinlich in der Welt präsentiere und namentlich identifiziere. Indem ich für mich (willentlich) keine weiteren Ursachen zulasse als die Tätigkeit meines Selbstbewusstseins, in der ich mich selbst refle-xiv identifiziere, ernenne ich mich imaginativ zum Bewirker meiner selbst und begreife mich in diesem Reservat als frei von allen weiteren Einbindungen. Allerdings existiert die-ses zur Selbstbestimmung bestimmte Ich nur unter der Bedingung von Wechselbeziehun-gen mit anderen freien Bewusstsein-Reflektierenden, die in ihrem (willentlichen) Refle-xionsvermögen mit ihm identisch sind und ihn und sich in interaktiven Bildungsprozessen als Verschiedene erzeugen. Die Ignoranz gegenüber der Identität von Innen- und Außenwelt zwingt die sich separierenden Einzelwesen dazu, ständig individuell zu beschreiben und zu organisieren, wie ihre individuelle Erfahrung sein soll. In außengeleiteter Selbstüberein-stimmung träumt sich das Herdentier Mensch im Reservat kultureller suggestiver innerer Perspektiven, aus denen es sich Erfolg, Macht, Lust, Besitz, Wissen, Anerkennung, Sicher-heit, Solidarität, Geborgenheit, Zugehörigkeit etc. verspricht. Es lernt, sich vor seinen un-konditionierbaren inneren Impulsen und Triebkräften zu schützen, indem es lebenslang seine gesellschaftlich konditionierte Ratio trainiert und sich in deren Grenzen abschottet. Viele reduzieren ihre Aufmerksamkeit auf das Bewirken von äußeren Wirkungen. Die innere Ar-beit der Selbsterforschung bleibt ihnen unbegreiflich fremd.
Um sich selbst zu gebrauchen ( A = A ) erfindet und benennt die sich in der Welt konstel-lierende, jedoch sich zugleich von der Welt separierende Perspektive lokalisierbare (begrifflich separierbare) Räume, Orte, Dinge, Körper und teilt den Fluss des sich Ereig-nens in Geschwindigkeiten und Positionsabschnitte ein. Identität als individuelle Besonde-rung von der Einheit der Welt als Ganzem benötigt das Vorhandensein der Konzepte von Raum und Zeit. Sprache, Raum, Körper, Zeit, Identität sind keine physischen Eigenschaf-ten, sondern gedankliche Konstruktionen, gebunden an konventionell vereinbarte Regeln. Wir fordern jedes Neugeborene auf, sich in diesen kulturellen Regeln, Zeichen und semanti-schen Konventionen einzubetten und sich darin als subjektivierte Identität zu gebrauchen. Bei ihrem Gebrauch bauen sich die Menschen geistige Gärten in Form von Identitätskon-zepten, in denen sie mit Geistesverwandten hausen. So entsteht zwangsläufig in ihnen die Angst der einsam Ausgesetzten. Andere verwenden ihre Fähigkeit zur symbolischen Selbstreferenz zur Virtualisierung ihrer Aufmerksamkeit und spielen ironisch mit Modulen kontextuell beliebig auswechselbarer Selbstbezeichnungen. Alle reduzieren ihre Maskerade auf Spiele innerhalb der Gleichung. Geschickte Spieler wechseln ständig die Seiten, so dass sie immer da sind, wo sie gerade niemand vermutet (wie der Igel im Wettstreit mit dem Hasen). Sie sparen die Frage nach der Entstehung und bodenlosen Flüchtigkeit ihrer Identi-tätsgleichung bewusst aus. Sie entziehen sich der Namenlosigkeit ihres Existierens, und so verschwindet diese völlig aus ihrer Weltauffassung. Gefasst spielen sie ihr Leben auf den Feldern symbolischer Personenbezüge. Sie definieren sich und die Welt persönlich, per sonare, durch den Klang ihrer Stimme. Sie lassen ihren Gedankenstrom stimmlich durch ihre Muskelhautmaske erklingen. In ihrer subjektiven Deutungshoheit begreifen sie ihr Handeln als Praxis, die sich selbst genügt (Muße, Steckenpferde) oder als ein engagiertes Tun, das Werke produziert. Immer wollen sie Diskrepanzen beseitigen. Ihr Wollen zielt darauf, sich und die Welt in den gedanklichen Griff zu bekommen. Ständig wollen sie mit ihren Aktivitäten die Welt vom gedachten Ist-Zustand zu einem als richtig definierten Soll-Zustand bewegen. Nur in äußersten Ekstase-, Glücks-, Not- und Krisensituationen ziehen sie ihr Nein zum Gewahrsein zurück und sind kurzfristig bereit, sich dem, was geschieht, vertrauend hinzugeben. Doch kaum hat die Erfahrung von Vergeblichkeit und Resignation den subjektiven Geist wieder geerdet, initiiert er heroisch von Neuem seinen intentionalen Leistungszwang. Dabei übersieht er, dass er lediglich ein aktiver Akzent von kontinuierlich sich modifizierenden Situationen ist, in denen transformative Tendenzen angelegt sind, die darauf warten, stattfinden zu können. Mit minimalen strategischen Eingriffen transformie-ren sich die Antagonismen jeder Situation in unberechenbaren Wendungen und vollbringen in diesem Produktiv-Werden die Selbstrealisierung der Schöpfung (vgl. Jullien 1999).
Soziologisch bezeichnet das linke A die menschliche Individualität, das rechte A die menschliche Subjektivität. Simmel unterscheidet den Individualismus der Einzelheit als Individualität von der Einzigartigkeit der Subjektivität. Nach ihm bilden seit dem 18. Jahr-hundert die Menschen eine subjektivierte Individualität heraus. Der menschliche Intellekt formt die Mannigfaltigkeit der Sinneseindrücke zu Einheiten, und dadurch wird der Intellekt selbst zu einem nicht von empirischen Sachverhalten geformten Ich. In ihren Möglichkeiten und Bedingungen sind sich alle diese Ichvorstellungen tendenziell gleich. Im Laufe des Le-bens etabliert sich eine innere biographische Subjektivität als individuelle Besonderheit, weil die Menschen ihre Aufmerksamkeit auf der Basis des Körpererlebens verschieden ausrichten. Die Menschen ziehen zusätzlich zur direkten Wahrnehmung von Erscheinungen und Erfah-rungen selektiv vergleichend im Gehirn gespeicherte Erinnerungen heran. Im subjektiven Körpererleben werden die Sinneseindrücke nicht mehr nur intellektuell geformt. Sie er-scheinen ihnen selbstvergessen als nur noch beobachtet (Simmel 1984; 1999).
Das im subjektiven Körpererleben durch Nachdenken beobachtende Ich setzt notwendig etwas Absolutes außer sich. Es bewegt sich in kreisenden Vorstellungszirkeln von materiell vorge-gebenem Sein und dem subjektiv frei reflektierenden Bewusstsein. Die konventionsgebun-dene ‘biographieeigene’ Identität organisiert sich aus zwei miteinander verbundenen Grund-haltungen. Geleitet von rationalen Kalkülen soll nach den Regeln instrumenteller Vernunft der persönliche materielle, emotionale, soziale, geographische, semantische Bewegungsspielraum ausgelotet und nutzenorientiert auf eigenes Risiko und eigene Rechnung erfolgreich gestaltet werden, das Handeln persönlich, d. h. reflexiv ethisch verantwortet, methodisch selbstkon-trolliert metakommuniziert werden, etc.. Die richtigen Regeln für diese angenommene Identi-tät liefert die gesellschaftliche Wissensproduktion, der moralisch generalisierte andere, der innere Jedermann. Diese Grundhaltung stilisiert den Gebrauch des Ichs als ökonomisches Mittel. Innerhalb der symbolischen Ordnungen wird auf eigene Faust gehandelt.
Die andere Grundhaltung bezweckt die ästhetische Etablierung des ‘schönen Ichs’ in der Selbstdarstellung. Der schöne Schein seiner selbst, die Inszenierung der Freuden persönlichen Vergnügens, die symbolische Beschwörung und öffentliche Zurschaustellung dessen, was man weiß, sein soll und will, soll die Illusion persönlich angeeigneter Einzigartigkeit ausdrüc-ken. Die Demonstration ästhetischer Selbstaneignung dient nicht der Ausgestaltung der indi-viduellen Besonderheit. Sie dient der Selbstmanipulation und der Manipulation der Haltung der Betrachter, deren Sinnerlebnis sich in gesteigerter Bewusstheit der Wahrheit nahe wähnen soll. Die sehnsüchtig erträumte Außergewöhnlichkeit erreicht bestenfalls eine phantasievoll gestylte, konstruierte Aufführung. Angesichts verleugneter Transzendenz ist Schönheit ledig-lich gesteigerte Bewusstheit, eine Metareflexion der Reflexion der Regeln zur Generierung von Annahmen über kultiviertes Sein und Werden. Mittels Reflexion und ironisierenden Zi-taten macht man die Kriterien von Beobachtung und Deutung zum Gegenstand inszenierter Beschreibungen und Interpretationen. Mit dem anschaulich gemachten Innenleben als offe-nem Kunstwerk bezweckt das jeweilige Individuum eine Irritation der anderen, deren eigen-gesetzlich reagierendes Gefühlsspektrum mitgerissen werden soll. In ästhetischen Sinnese-vents inszenieren sich Pseudogemeinschaften individualisierter Subjekte. Sie wähnen sich gleichzeitig im vollreflexiven Zustand ihrer selbst, eingetaucht in den kosmisch-metaphysi-schen Wesensgrund oder (auf Droge) gar symbolisch verschwunden. Doch jede noch so pla-kative, exzentrische, idyllische, wissenschaftliche oder empathische Demonstration symboli-scher Identität löst sich auf, wenn sich die Aufmerksamkeit am Ende der Darbietung auf neue Kontexte ausrichtet. In der Gesellschaft der Aufführungen erzeugen Erlebnisse schon nach kurzer Zeit überdrüssige Langeweile, die nach frischen Erregungsimpulsen ruft. In routinierter Selbstreferenz sind sich die Beteiligten einig, in der wechselseitigen Illusionierung fortzufah-ren (zur historischen Entdeckung des Ich vgl. Dülmen van 2001).
Selbstästhetisierung besteht nicht im ästhetischen Gehalt der präsentierten individuellen Be-sonderheit. Sie ist nicht der Inhalt des vom Betrachter innerlich Wahrgenommenen oder äu-ßerlich Beobachteten. Ästhetische Selbstaneignung will sich bewusst im sinnlichen Erleben der allmählichen Verflüchtigung aller Erscheinungsformen als Annäherung an die Zeitlosig-keit seiner selbst begrifflich vergewissern. Die Form der Besonderung dient der Kultivierung der Selbsttäuschung. Mit der Benennung, Deutung und Reflexion der angestrebten Individua-lität verschaffen die Menschen sich durch ihre Formulierungskunst einen Begriff für ihre Besonderheit und bestätigen sich, sich in der Simulation zu erkennen. Die vom Schein ihrer Begriffe Faszinierten glauben, ihre symbolische Individualität ließe sich mit der Inan-spruchnahme von Dienstleistungen, durch Konsum, Kommunikation, Bildung, Statusverschö-nerungen, sozialen, altruistischen Stilisierungen und anderer kreativer, schmückender Putz-kunst kosmetisch verbessern. Noch nie ist ein Versuch sozialer Konstruktion und kollektiver Inszenierung symbolischer Identität gelungen. Die Egos sabotieren die urspüngliche Absicht des Selbstgewahrseins, vernebeln ihre utilisierende Grundlage, die nur an der ständigen Aus-beutung und Auswechslung symbolisch kreierter Zeichen, an Labels und Logos interessiert ist. Vor dem Schleier der Anpassung an soziale Konstruktionen ist alles erlaubt, was die Phantasie ermöglicht. Sie wollen sich wie ein Judomeister mit dem 7. Dan fühlen? Dann ge-hen sie in das Sportgeschäft um die Ecke und binden sich dort einen schwarzen Judogürtel um. In dieser Aufmachung kann sie jeder Mensch als Zitat des aufgestiegenen Judomeisters sehen. In der ästhetischen Selbsterfindungstat verschmilzt der einsame Grenzgänger symbo-lisch mit der Identitätsschablone des für real gehaltenen Meisters. So wird gezeigt, wie man sich fühlt. Das ist Selbstermächtigung im Hier und Jetzt, gleichzeitig innerlich angetrieben und gereizt von außen, als Objekt der kommunikativen Beschreibungen seiner Umwelt. Deren etikettierenden Normen, Werte, Rollenerwartungen, Tugenden, Ideale etc. fordern, bieten, versprechen anerkannte, hochgeschätzte Identifikationen. Identitätsideen realisieren sich als Beziehungsideal zwischen Person und Umwelt. Die Konstellation erlaubt den Schein innerer Autonomie bei äußerer Abhängigkeit (Platta 1998).
Öffentliche Beschwörungen von Individualität übersetzen das Individuelle in die Bedeutungen kollektiver Symbolik und zwingen damit das Individuelle zum Schweigen. In öffentlichen Aufführungen wird kollektiv der Sieg der inszenierten Individualität gefeiert. Durch ständig variierende Wiederholung verkommen jedoch die Schauer der gemeinschaftlichen Ergriffen-heit bei den suggestiven Aufführungen des Außergewöhnlichen zur ironisch kommentierten, sich von der Ernsthaftigkeit des ökonomischen Lebens entlastenden Routine. Die eigene Au-ßergewöhnlichkeit definiert sich in abgrenzender Abhängigkeit vom Gewöhnlichen und bin-det sich damit an die Konventionsfixierung. Jede Identifikation zieht Abgelehntes im Schatten mit. Inszenierte Individualität bedient sich des Gefühls gemeinschaftlicher Pseudozugehörig-keit. In den täuschend echten Illusionen und ihren Enttarnungen spiegeln sich die emotionalen Sehnsüchte nach der Zugehörigkeit zu Kulissen und Maskenträgern in Rollenkleidern. Der in seiner subjektiven Selbstbezüglichkeit unsichere Mensch verharrt in der Objektivierung seiner konjunkturellen Moden unterworfenen Distinktionen.
Die Intensität des Bildes entspricht exakt seiner Ablehnung des Realen, seiner Erfindung einer anderen Szene. Aus einem Objekt ein Bild zu machen heißt, all seine Dimensionen nach und nach zu entfernen: das Gewicht, die Räumlichkeit, den Duft, die Tiefe, die Zeit, die Kontinuität und natürlich den Sinn. Nur um den Preis dieser De-Inkarnation gewinnt das Bild diese Kraft der Faszination, wird es Medium der reinen Objekthaftigkeit, wird es durchlässig für eine subtilere Art der Verführung. All diese Dimensionen nach und nach wieder hinzuzufügen, die Räumlichkeit, die Bewegung, die Emotion, die Vorstellung, den Sinn und die Sehnsucht, um es besser, um es realistischer zu machen, um es sozusagen besser zu simulieren, ist ein vollkommenes Mißverständnis des Wesens der Bilder. Und die Technik selbst wird in der eigenen Falle gefangen (Baudrillard 1998, 22).
3.  Identität und Lebensführung
Warum sich geistig zurück in die Stille der ursprünglichen Quelle bewegen und daraus in der Welt sein? Die aufklärende Wissenschaft suggeriert, die Menschen könnten mittels funktional ausgerichteter alltäglicher Lebensführung und der Anwendung zeitloser Lebenskunstregeln das 'ganze' Leben in den Griff bekommen. So wird das Leben zur immerwährenden, abwech-selnd gelingenden und scheiternden Suche nach Harmonie, Schönheit und Glück gemacht. Soziologisch ist die alltägliche Lebensführung die funktionale Integration der Verteilung und Regulierung aller praktischen Tätigkeiten zu einem System der Person, das in eigener Regie von der Person konstruiert, getragen und ausgeführt wird in Relation zu allen äußeren Er-scheinungen, Bedingungen, Prozessen (Projektgruppe 'Alltägliche Lebensführung' 1995; Ku-dera/Voß 2000; Hildebrandt 2000; Voß/Weihrich 2001; Weihrich/Voß 2002). Im Konzept der alltäglichen Lebensführung liegt der Focus auf dem Arrangement des Alltags, in dem Tätig-keiten, Routinen, Regelmäßigkeiten geformt und (relativ) stabil dynamisch erhalten werden. Die Personen fühlen sich bei begrenzter Selbstreferenz an die von ihnen errichtete All-tagsstrukturierung gebunden. Sie folgen tagein tagaus der inneren 'Logik' des eingerichteten Arrangements, in dem sie Arbeit, Familie, Partnerschaft, Konsum, Freizeit, Freunde, Kultur etc. pragmatisch organisieren. Mit der ritualisierten Handlungsstruktur erleichtern sie sich psychisch und befreien sich von der Mühe der Erfindung, Erprobung und Etablierung anderer Gewohnheiten und Routinen, die kompatibel gemacht, eingepasst werden müssten in das vor-handene, bewährte Gefüge von Tätigkeiten, das sich dadurch wieder verändern und neue Kor-rekturen nach sich ziehen würde. Solange keine gravierenden Einschnitte Umstrukturierungen stimulieren, intensiviert das im Alltagshandeln entstehende Kompetenzgefühl die emotionale Loyalität an das etablierte Arrangement. Im Dreieck von individuellen Ansprüchen, aktueller Selbstwahrnehmung und den Erwartungen anderer wird das institutionaliserte Handlungssy-stem als verlässliche, vorhersehbare, umfassende Vereinnahmung des Lebens realisiert.
Zeitlich realisiert sich die Lebensführung aus zwei Perspektiven. Zum einen aus der synchro-nen Sicht der alltäglichen Wechselwirkungen (die Lebensbreite), zum anderen aus der diachronen Perspektive des gesamten, einerseits vergangenen, andererseits zur Zukunft hin offenen Lebensverlaufs (die Lebenslänge). Die Breite, also die alltägliche Lebensführung, kennzeichnet das relativ festgefügte Arrangement der Gesamtheit aller einzelnen Alltagstätig-keiten in ihren wechselseitigen Bezügen und Verknüpfungen, den eingegangenen Verbind-lichkeiten und Festlegungen. Die unaufhörliche Aneinanderreihung der Tätigkeiten wird lose verbunden mit subjektiv für glaubwürdig gehaltenen Deutungen, wahrgenommenen Anforde-rungen, Zwängen und kontextgebundenen, sozialen Stilisierungen.
Wer von einem Alltagsarrangement freiwillig qua intendierter Entscheidung oder mit ausge-handelter Einwilligung oder widerstrebend und gezwungen in ein neues Alltagsarrangement wechselt, gerät im Hinübergehen je nach Ausrichtung seiner Aufmerksamkeit in ein Span-nungsfeld von Pull- und Pushfaktoren: Eine Befreiung von energetisch leeren Rollenhüllen, die Entbindung von aufgebrauchten Loyalitäten, die Sehnsucht nach Abwechslung, den Auf-takt zur Realisierung neuer Herausforderungen, die Hummeln im Hintern beim Aufbruch in vielversprechende, neue Horizonte, genauso auch Abbruch, Schock, hilflose Not, schmerz-hafter Verlust, in die Ecke gestellt, verstoßen, ausgesetzt, verunsichert, gedemütigt, degra-diert, erniedrigt, vom gewohnten Lebenszusammenhang abgeschnitten werden. Im Horizont der Lebenslänge veranlassen lebenszyklisch bedeutsame Ereignisse, wie die Gründung eines eigenen Haushalts oder die Berufsaufgabe eine bewußte Reorganisation der alltäglichen Le-bensführung. Typisch für die Übergänge in der Altersphase ist der in der Regel vorhersehbare, bruchartig vollzogene Wechsel in das privatisierte, nachberufliche Alltagsarrangement und später der unmerklich langsam schleichende Vorgang der Auflösung der mechanischen Fik-tionen des subjektiven Geistes. Die Berufsaufgabe löscht die mit der Erwerbsarbeit verbunde-nen Tätigkeiten. Die meisten NeurentnerInnen reagieren darauf primär mit der zeitlichen Dehnung und Umstrukturierung bereits praktizierter Tätigkeiten (Schäuble 1995). Das Erle-ben wird von der Mischung der leitenden Annahmen hinsichtlich der persönlichen Selbst-wirksamkeit und den Erwartungen an die Leistungen anderer getönt. Wer sich nicht für eine Erforschung der Fiktionsmechanismen des subjektiven Geistes interessiert, wird sich auf die Anpassung, die kosmetische Vertuschung, die Verleugnung, die Ignoranz gegenüber den Al-ternserscheinungen sowie die Optimierung der praktischen Lebensführung und der kulturellen Rahmenbedingungen stützen. Die gesellschaftliche Entbindung von der Erwerbsarbeit kann in einem Moratorium zwischenbilanzierend und zukunftsweisend genutzt werden (Veelken 1990). Ludger Veelkens Engagement für das Lernen im Alter, der transpersonalen Reflexion des älter werdens und seine Initiativen zur Wiederbelebung des intergenerativen Zusammen-lebens sind richtungsweisend (Veelken/Gösken/Pfaff 2001).
Im zeitgenössischen Drehbuch des Alterns werden die gewonnenen 30 Lebensjahre an das Ende des Lebenslaufs statt in die mittleren Jahre gelegt. Dies führt zu dem tragischen Miss-verständnis der heute Fünfzigjährigen, die glauben, die Beibehaltung ihrer früher erfolgreich entwickelten persönlichen Identität und Lebensführung sei eine gute Voraussetzung für die Gestaltung der kommenden 30 Jahre. Sie haben in der ersten Lebenshälfte kognitive Land-karten, innere Leithaltungen, Gewohnheiten und stabile Rollenerwartungen etabliert, von de-nen sie sich nun bestimmen lassen und deren effektives Funktionieren sie nun davon abhält, neue zu entwickeln. Die gedankenlose Verinnerlichung der Errungenschaften des früheren Sozialisationsprozesses führt sie direkt in die Gefangenschaft ihrer ehemals aktuellen Ausbil-dung, ihrer im beruflichen Existenzkampf erworbenen Arbeits- und Lebensauffassung, ihrer Konsumneigungen und der Aufrechterhaltung gewohnter Beziehungsarrangements. Sie fühlen sich auf der Höhe des Lebens tatkräftig und sachverständig. Abgesichert und bequem orientie-ren sie sich an den Normen und Rollenverständnissen vergehender Lebenszusammenhänge. Machen sie, mit dieser Erkenntnismacht ausgerüstet, weiter wie gewohnt, bewegen sie sich einige Jahre auf diesem Hochplateau, gewöhnen sich routiniert an den Stillstand der kleinen Abwechslungen und beginnen nach weiteren Jahren der Abstumpfung eine Talfahrt in die Stagnation zufriedener Selbstsicherheit. In den Routinen ihrer Lebensführung warten sie auf der sicheren Seite des Lebens auf das, was ihnen die Zukunft zu bieten hat. Wenn sie jetzt keine Dekonstruktion ihrer verfestigten Identität einleiten, mit der sie sich über die Werte der gesellschaftlichen Leistungsmuster hinaus transformieren, führen sie sich mit ihren Einstel-lungen aus der ersten Lebenshälfte direkt in die unbewusste Akzeptanz der gesellschaftlichen Altersstereotypen, der kulturellen Abwertung von innerer Reife, des alternsgebundenen At-traktivitäts- und Wertverlustes, der Klischees, Alter sei verbunden mit dem Verlust von Fä-higkeiten und Kräften sowie der restriktiven Abgrenzung gegenüber den 'wirklich Alten', mit denen sie nichts gemein haben wollen. Wer dem konventionellen Rollenmodell folgt, drosselt sein Tempo, stabilisiert stolz auf das Erreichte sein Sicherheitsgefühl, vereinfacht das Leben und wartet zufrieden ab, was noch kommt. Diese Lebensführung verliert mittelfristig jegliche Dynamik und Kraft, weil ihre Führer in völliger Verkennung ihrer Situation im Aufbrauchen des Erreichten (wie der Hamster im Laufrad rennend) verharren. Als Realisten müssen sie spüren, dass ihnen die verlängerte Lebenserwartung den Samen eines zweiten Entfaltungspro-zesses in den Schoß gelegt hat. In der zweiten, vertiefenden Selbstrealisierung entfaltet sich das innovative Potential der Intuition für eine Lebensführung aus der reflexiven inneren Komplexität. Wer die früher erlernte Einstellung, niemals zu den Alten zu gehören, als Wunschvorstellung entlarvt und überwindet, nutzt die Chancen einer fundamentalen Erneue-rung seiner Identität und Lebensführung. In dem vom Autor entwickelten Selbstbildungpro-gramm der 'visionären Lebensführung' (siehe www.theragogik.de) nutzt man seine Erkennt-niskraft zur Dekonstruktion der verinnerlichten Identifikationsmuster. In den Selbsterfor-schungsprozessen des Jahreskurses der visionären Lebensführung erkunden die Menschen zunächst die Widersprüche der mittleren Lebensjahre und befreien sich in täglichen Selbstbe-obachtungen von angenommenen normativen Einstellungen und einengenden inneren Haltun-gen. In einer aktuellen Lebenszwischenbilanz klären sie ihre Lebensrichtung und finden hu-morvoll durch Widerstände, Selbstprüfungen, Angst, Schmerz, Zorn und Trauer ihre innere Quelle. Befreit vom biographischen Ballast und der Jedermanns(frau)orientierung entwickeln sie in kleinen alltäglichen Schritten die Vision ihrer langfristig ausgerichteten, immanent-transzendenten Lebensphilosophie.
4.  Zeitloses Altern
Am ganzen Körper spüre ich die Wärme des Sommertages. Kaum hörbar leise gleitet der Strom eines Windhauchs von draußen durch das geöffnete Fenster. Mit ihm schwingt sich die Fenstergardine leicht in den Raum und schwebt zurück an den Sims. Der warme Luftzug streicht sanft über unbekleidete Hautstellen. Vom Stress gehaltene Muskelstränge dehnen sich entspannend. Ein weich fließendes Energiegefühl löst die Starre in empfindsames Wohlgefallen auf. Von draußen tönen Straßengeräusche in meine Ohren, dazwischen hin und wieder schwache, sich verflüchtigende menschliche Laute, das Brummen eines Flug-zeuges schwirrt in den Raum und verschwindet sich abschwächend, den Geräuschstrom in den Aufschlag eines schweren Hammers weiterreichend; in dessen Hall mischt sich eine Brise Kaffeegeruch und treibt an meiner Nase vorbei. Für einen Augenblick drängt sich knackend der Holzfußboden in meine Gehörgänge, überlagert das Seufzen meines Nachbarn und schon spielt der nächste Solist dieser ewig zeitlosen Sinnensinfonie seine Melodie in meine Ohren. Langsam komme ich innerlich hier an, realisiere ich spürend meine psycho-mentale Anwesenheit in dieser Szenerie.
Jetzt öffnen sich meine Augen in die Helligkeit und mein dezentriertes Schauen sinkt in den Blick meines Gegenübers, der ruhig in mir auftaucht. Unsere aufblickenden Augen vereini-gen sich in ruhendem Ineinander. Um die offenen Augen meines Gegenübers bildet sich ein männliches Gesicht, sein wohlgeformter Körper, die Stuhllehne, die Wand dahinter, der Raum um dieses Arrangement, zwischen uns, um uns. Unmerklich weitet sich mein Lei-bempfinden dehnend in die Stille dieses dauernden Augenblicks. Ein leises, wohliges Pul-sieren breitet sich in mir aus. Mit jedem Atemzug intensiviert und dehnt sich ein honigsüßes Gefühl in meiner Brust, löst meine geistige Fassung in Irrelevanz auf. Meine leiblichen Be-grenzungen vibrieren mit dem reflektierenden Sonnenspiel des Raumes, werden durchlässig und schwingen sich ein in die Resonanzen des Raumes. Ich spüre den Boden unter meinen Füßen, ein Getragensein auf der harten Fläche unter den Sitzknochen, mein Rücken ver-fließt mit der Lehne. Irgendwo zwischen meinen Ohren erklingt leise ein Ton und verliert sich über ein schwächer werdendes, kaum wahrnehmbares, tiefes, brummendes Wabern. Ohne Ankündigung, völlig unerwartet ist Stille in der Kulisse. Obwohl vollkommen wach, bemerke ich nicht, wie eine ungewohnte Imputation mit dem Wahrgenommenen sich reali-siert. Nichts ist geschehen, alles noch genau so wie gerade eben. Keine Frage danach, wer diese Erscheinungen (für) wahr nimmt, wer wovon wahrgenommen wird. Die Augen des Meisters in mir wärmen und weiten auf unerklärliche Weise angenehm friedlich diesen un-persönlichen Zustand stiller Fülle, in der alles unverändert ist und doch so frisch und unbe-rührt erkennt sich das Gewahrsein in dieser vollkommenen Anwesenheit, die, vollständig mit dem Gegebenem identisch nichts ausgrenzt, offen in jede neue Erscheinung sich be-zeugt, und wach weiter nichts ist als präsent und in dieser Bereitschaft mit dem Anwesenden voller Vertrauen in stiller Liebe ruht, bewegungslos dezentriert im Ortlosen, Zeitlosen, Formlosen.
Wie oft habe ich den Fuß gehoben für den entscheidenden Schritt in das Nichtwissen der Identifikationslosigkeit? Unerwartet kam die Gnade des Getragenseins durch die Realisation selbst in der gewöhnlichen Gestalt lebender Meister. Das unmittelbare Schauen gelangt zeitlebens nie über die Gegenwärtigkeit des Augenblicks hinaus und dabei erscheint die per-sönliche Besonderheit so klein und unwichtig und zugleich in ihrer Existenz so geliebt und wie alle Besonderungen alle Liebe des Seins vollständig unfassbar in sich tragend. Wir kön-nen uns nicht wissen, aber uns ist es als scheinbare Abspaltung im Unfassbaren möglich, Vielfältiges einzubilden. Alle Äußerungen unserer menschlichen leiblichen Form in all ihren Farben und Klängen führen uns in unsere Auflösung, und so bleiben wir ewig ungeformt, in diesem stillen Tanz der Resonanz, der uns bewegt in uns und durch uns und um uns herum. Wer sich nicht von sich entfernt, reist nur im Bewußtsein. Wer nichts besitzt, verliert nichts. Was nicht geboren ist, stirbt nicht.
5.  Abschließend mittendrin
Alle biogenetisch programmierten Körper altern und verfalten sich. Die Organ- und Haut-säcke in der Zeit verfallen zum Humus für kommende Generationen, in denen sie sich gei-stig transformiert erneut spiegeln. Manchmal verlöschen die geistigen Kräfte zur Inszenie-rung der subjektiven Weltbezüge mit dem Körper, manchmal zuvor. Was kann mit fort-schreitender Lebenszeit die Kultivierung seines emotionalen Ausdrucksvermögens mehr erreichen als konventionelles Erstarren? Die Erlebnishungrigen umarmen sich in den Pro-zessionen ihrer illusionären kognitiven Landkarten, immer auf der Suche nach gesteigerter Bewusstheit. Ist das Leben nützlich, erfolgreich, ehrenvoll ästhetisch? Sind wir Reisende, die ihre Erscheinungsexistenz an das vorübergehende Mitgenommen-Werden binden? In der willentlichen Ausrichtung der freien Aufmerksamkeit auf die reine Präsenz realisiert sich die vollkommene Freiheit der Schöpfung, die sich in ihren Erscheinungsformen in ewiger Stille gleichzeitig kreiert, bewahrt und zerstört. Alle menschlichen Identitäten in den viel-fältigen Formen gesellschaftlicher Selbstbespiegelung altern und verschwinden. Wer dank des Identitätslernens weiß, wer er/sie ist, kann dafür sorgen, zu realisieren, wer in Wach-heit da ist, vor der persönlichen Erfahrung mit ihren Fragen und Antworten. Sind wir das Unfassbare, das still die Formel A = A und damit das Identisch_Sein mit sich im Gebrauch seiner selbst im großen Stil eines allumfassenden Superegos realisiert? Die Präsenz ist al-terslos, weil sie schon immer da ist, bereits da ist, bevor die sich entwickelnden Erschei-nungskörper, Gefühle und Intelligenzen etwas von sich erkennen und wissen. Unpersönliches Sein existiert in und zwischen allen Formen, und realisiert sich unabhängig von jegli-chem Verlangen zu wissen, wer wir sind. In dieser Zeitlosigkeit vollbringen sich engagiert die Schöpfungsvisionen.

Literatur
Baudrillard J., 1998: Im Horizont des Objekts, Graz
Behringer L., 1998: Lebensführung als Identitätsarbeit, Frankfurt am Main, New York
Dülmen van R., Hg., 2001: Die Entdeckung des Ich, Köln
Hildebrandt E., Hg., 2000: Reflexive Lebensführung, Berlin
Jullien F., 1999: Über die Wirksamkeit, Berlin
Kudera W., Voß G.G., Hg., 2000: Lebensführung und Gesellschaft, Opladen
Levita de D. J., 2002: Der Begriff der Identität, Gießen
Platta Holdger, 1998: Identitätsideen, Gießen
Projektgruppe 'Alltägliche Lebensführung', Hg., 1995: Alltägliche Lebensführung, Opladen
Ritsert J., 2001: Soziologie des Individuums, Darmstadt
Schäuble G., 1995: Sozialisation der jungen Alten vor und nach der Berufsaufgabe, Stutt-gart
Simmel G., 1984: Das Individuum und die Freiheit, Berlin, 4. Aufl.
Simmel G., 1999: Grundfragen der Soziologie (Individuum und Gesellschaft), in: ders. Ge-samtausgabe Bd. 16, Frankfurt am Main
Veith H., 2001: Das Selbstverständnis des modernen Menschen, Frankfurt am Main
Veelken L., 1990: Neues Lernen im Alter, Heidelberg
Veelken L., Gösken E., Pfaff M., Hg., 2001: Alter und Aufbruch in neue Lebens- und Wissenschafts-Welten, Oberhausen
Voß G.G., Weihrich M., Hg., 2001: tagaus - tagein, München und Mering
Weihrich M., Voß G.G., Hg., 2002: tag für tag, München und Mering
www.theragogik.de (insbes. Bildung und 'visionäre Lebensführung')

Autor:
Dr. Gerhard Schäuble, (1950), Privatdozent für Soziologie an der Universität Bremen, Geschäftsführer des Instituts für Theragogik® in Bremen, - Selbsterforschung, Meetings in Stille und Resonanz, Prozessbegleitung in der visionären Lebenführung®, Veranstaltungen zum nachberuflichen Leben